Freundschaftstreffen Amiens und Bochum/Dortmund 2007 in Amiens

2007 – Wiedersehen in Amiens

Ein guter Brauch seit vielen Jahren ist das Treffen der Jumelagessektionen Amiens und Bochum/Dortmund am Feiertagswochenende Christi Himmelfahrt.
So auch in diesem Jahr – nach vier Jahren wieder einmal direkt in Amiens. Diesmal begrüßte uns der neue Präsident der Sektion Amiens Alain Boulet bei Marie-Paule und Daniel in Amiens – selbstverständlich neben vielen anderen bekannten und auch neuen Mitgliedern der Sektion. Nach dem herzlichen Empfang verbrachten wir den Abend in den Häusern der jeweiligen Gastgeber und plauschten über Neuigkeiten.
Am nächsten Morgen – einem Freitag – begann sehr früh ein umfangreiches Ausflugsprogramm, das uns nach Senlis, Le Plessis Belleville  und Ermenonville führte. Während der Autofahrt nach Senlis verflog der Morgennebel und wir erlebten einen sonnigen Tag.

Römische Stadtmauer in Senlis
Römische Stadtmauer in Senlis

Senlis, die alte Königsstadt, nördlich von Paris, war unsere erste Station. Während des Stadtrundgangs lernten wir den geschichtsträchtigen Burgbereich und die Kathedrale kennen. Die Übersetzung ins Deutsche übernahm übrigens in bewährter Form unser Jumeleur Hans Stöver. Senlis ist eine römische Gründung und die Römer haben hier ihre Bauten hinterlassen. Danach spazierten wir noch durch die quirligen Straßen und Gassen der Stadt.
Zur Mittagsrast fuhren wir anschließend ein kurzes Stück nach Le Plessis Belleville. Am dortigen Rathaus – dem Rest eines ehemaligen Schlosses – konnten wir in dem schönen Schlossgarten - Dank der „Hausherrin“ Brigitte – das von unseren Gastgebern vorbereitete reichhaltige Picknick genießen.

Le Plessis Belleville
Le Plessis Belleville

Nach der gründlichen Stärkung besuchten wir in Ermenonville den „Parc Jean-Jacques Rousseau“. Der Park wurde von dem berühmten Philosophen gestaltet und einst als naturnaher Park für das örtliche Schloss konzipiert. Das Besondere sind neben der Landschaftsgestaltung eine Vielzahl von Skulpturen und Bauwerken.
Am Abend ging es „nach Hause“ um das erlebte und viel persönliches zu bereden. Es ist schön, dass man durch die regelmäßigen Besuche nicht nur das Land, sondern auch die Familien der Freunde und deren Alltag mit allen Höhen und Herausforderungen immer besser kennen lernt und versteht.

Nach der langen Fahrt am Vortag stand der Samstag für einen Besuch der Stadt Amiens zur Verfügung. Der Tag begann mit dem Treff an der „Horloge Dewailly“, einer denkmalähnlichen Standuhr, die Ende des 19. Jahrhunderts auf einem großen offenen Platz im Zentrum von Amiens aufgestellt wurde.

Horloge Dewailly in Amiens
"Horloge Dewailly“ in Amiens

Hier begann die Stadtführung durch die Ober- und Unterstadt von Amiens, was früher durchaus mit der wirtschaftlichen und politischen Stellung der Bewohner identisch war. Leider wurde auch Amiens im 2. Weltkrieg durch Bomben heimgesucht. Aber die Narben sind fast verheilt und viele geschichtsträchtige imposante Gebäude, u.a. die mächtige Kathedrale und das Stadtviertel St. Leu an den Ufern der Somme, erstrahlen in neuem Glanz. Unsere Stadtführerin – eine echte Europäerin, geboren in Italien, verheiratet mit einem Franzosen, lange wohnhaft in London und Bonn, jetzt als Fremdenführerin für die deutsche Sprache – verstand es, uns alle mit ihren fundierten, kurzweiligen Erläuterungen zu fesseln.
Der anschließende Besuch im Wohnhaus von Jules Verne – heute Museum mit vielen Originalmöbeln und Exponaten – vermittelte einen guten Eindruck vom umfangreichen Lebenswerk und den Visionen des Autors und seinen Methoden sich den futuristischen Romanabenteuern zu nähern.
Der späte Nachmittag konnte je nach Laune individuell gestaltet werden.
Am Abend trafen wir uns wieder im Restaurant „L’auberge fleurie“ in Corbis, etwas östlich von Amiens. Viele Jumeleure aus Amiens, die aus beruflichen Gründen bisher nicht am Programm teilgenommen hatten, kamen hinzu. Es wurde ein wunderschöner, langer Abend, wobei sicherlich auch das besondere Ambiente des Restaurants, die geschmackvolle Dekoration der Tische und das hervorragende Menü beitrugen.

Den Sonntag Morgen konnten Gäste und Gastgeber etwas ruhiger beginnen  und in aller Ruhe für ein Jahr Abschied nehmen.
Wie immer war der Blumenmarkt vor dem Zirkusgebäude in Amiens, das übrigens auf Initiative von Jules Verne errichtet wurde ( er war auch Stadtrat in Amiens), unser Treffpunkt.  Nach herzlichem Dank an unsere Gastgeber für die schönen gemeinsamen Tage, ging es wieder zurück nach Deutschland.

Jumeleure aus Amiens und Bochum/Dortmund
Jumeleure aus Amiens und Bochum/Dortmund

Au revoir, auf Wiedersehen im Jahre 2008 in Deutschland.

Wolfgang Radermacher