Jumeleure auf Entdeckungsreise in Thüringen und Sachsen

Das diesjährige Treffen der Sektionen aus Amiens und Bochum/Dortmund kann man auch als „Entdeckungstour“ bezeichnen.
Als im Vorjahr der Vorschlag eines gemeinsamen Ausflugs nach Leipzig oder Dresden in die Diskussion kam, war schnell das große Interesse sowohl unserer französischen Freunde als auch unserer Mitglieder erkennbar. Bei der Umsetzung der Idee in die Realität, fiel bald – aufgrund der kürzeren Anfahrt - die Entscheidung für einen Besuch in Weimar und Leipzig.
Für viele der Mitglieder war es der erste Besuch in dieser Gegend Deutschlands oder sie wollten sich nach Jahren wieder einmal in diesen Städten nach Neuem umsehen.
Entsprechend hoch war daher das Interesse: 21 französische und 20 deutsche
Jumeleure nahmen an der Reise teil..
Wir entschieden uns für das Pauschalangebot eines Busreiseveranstalters aus dem Ruhrgebiet.
Da die Reisegruppe groß genug war, stand uns der Bus 4 Tage individuell zur Verfügung und wir konnten das Besuchsprogramm gemäß unseren Wünschen zusammenstellen.

Unser Reisebus am Treffpunkt auf einem Parkplatz in Recklinghausen
Unser Reisebus am Treffpunkt auf einem Parkplatz in Recklinghausen mit einigen Reiseteilnehmern

Unsere gemeinsame Fahrt begann in Recklinghausen. Obwohl unsere „Amienser“ schon eine lange Fahrt hinter sich bringen mussten, konnte unser Bus Planmäßig um 14 Uhr starten. Unser Ziel an diesem Tag war ein Hotel in der ehemals thüringischen Residenzstadt Altenburg. Altenburg ist vielen bekannt als „Skatstadt“ und liegt am östlichen Ende von Thüringen.
Nach dem Abendessen war noch Zeit für einen Plausch mit den Gästen, bevor sich zu später Stunde alle, von der langen Anreise ermattet, in ihre Zimmer zurückzogen.
Am nächsten Morgen schien die Sonne und erholt vom Schlaf, gestärkt durch das Frühstück, begann der Tagesausflug nach Weimar, der Stadt Goethes, Schillers und vieler weiterer Künstler.

Denkmal für Goethe und Schiller vor dem Nationaltheater in Weimar
Denkmal für Goethe und Schiller vor dem Nationaltheater in Weimar

In Weimar stand zunächst ein geführter zweistündiger Stadtrundgang auf dem Programm. Wir sahen alles über Goethe, Schiller oder Lucas Cranach, das Schloss, die Christine-Amalie-Bibliothek, Goethes Gingkobaum und die sehr schöne Fußgängerzone rund um das Rathaus. Wegen der Kürze der Zeit waren leider nur Außenbesichtigungen möglich. Nach der Mittagspause im „Ratskeller“, verteilten sich kleine Gruppen in der Stadt, um auf eigene Faust das Gesehene noch genauer unter die Lupe zu nehmen oder erste Einkäufe zu tätigen.
Anschließend steuerten wir das zweite Tagesziel Naumburg an. Zunächst besichtigten wir den Naumburger Dom. Ein imposantes Bauwerk mit berühmten Plastiken, u.a. das bekannte Standbild der Stifter Ekkehard und Uta. Leider begann es zu regnen, so dass viele auf den Rundgang durch die alte Stadt verzichteten und lieber eine Pause im Cafe vorzogen.

Der Dom zu Naumburg
Der Dom zu Naumburg

Am dritten Tag stand die Metropole Leipzig auf dem Tagesplan. Eine Fahrt über 40 km durch im wörtlichen Sinn „blühende Landschaften“ des ehemaligen Braunkohletagebaus bei Leuna.
Ab dem imposanten Leipziger Hauptbahnhof begleitete uns eine Fremdenführerin für drei Stunden im Bus durch die Außenbezirke und zu Fuß durch die Innenstadt. Ihre umfangreichen Informationen über Leipzig in deutscher sowie französischer Sprache beeindruckte alle Teilnehmer.

Völkerschlachtdenkmal In Leipzig
Völkerschlachtdenkmal In Leipzig

Die Stadt hat sich im wahrsten Sinne neu geschaffen. Die alten Häuser und Passagen erstrahlen in neuem Glanz, ehemalige Fabrikgebäude wurden in luxuriöse Wohnanlagen umgebaut und die berühmten Kirchen in der Innenstadt – Nikolaikirche und Thomaskirche – erstrahlen hell. Am Nachmittag konnten wir noch ein Konzert des bekannten Thomanerchors erleben.

Bedingt durch die lange Reisestrecke unserer französischen Freunde war die Abreise am Sonntag schon für 9 Uhr angesetzt. Noch einmal erlebten wir bei strahlendem Sonnenschein die abwechslungsreiche Landschaft in Thüringen und Hessen bei der gemeinsamen Busfahrt zurück nach Recklinghausen, wo wir unsere Freunde nach Amiens verabschiedeten und uns gleichzeitig schon für das nächste Treffen 2011 in Amiens verabredeten.

Wir verabschieden uns von Thüringen bei herrlichem Sonnenschein
Wir verabschieden uns von Thüringen bei herrlichem Sonnenschein

Wir freuen uns, viel Neues gemeinsam erlebt zu haben.
Wir konnten weitere Sektionsmitglieder für die Treffen mit den Partnern aktivieren und damit die Basis für die Jumelages mit den Freunden aus Amiens verbreitern.
Ich hoffe noch auf viele gemeinsame Tage mit unseren Freunden.

Wolfgang Radermacher    
03.06.2010     
Sektion Bochum/Dortmund